IG Metall ehrt „Urgesteine“ der Solidarität“

IG Metall ehrt „Urgesteine“ der Solidarität“

Jubilarfeier der IG Metall Gevelsberg-Hattingen

Ennepetal.  „Es ist uns eine große Ehre, dieses Jubiläum mit euch zu feiern,“ sagte Clarissa Bader, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Gevelsberg-Hattingen im Haus Ennepetal.
„Ihr seid Urgesteine der Solidarität.“ Die 460 Jubilare hätten viele Jahre ihren Beitrag dazu geleistet, dass die IG Metall eine handlungs- und durchsetzungsfähige Organisation geblieben ist. Was die Gewerkschaft in der zurückliegenden Tarifrunde in der Metallindustrie mit Warnstreiks und den 24-Stunden-Streiks zur Durchsetzung der arbeitszeitpolitischen Forderungen erneut bewiesen habe.

Die Bevollmächtigte dankte den Jubilar*innen für ihre langjährige Treue: 40 Mitglieder gehören der IG Metall seit 70 Jahren an und 73 Metaller*innen seit sechs Jahrzehnten. 78 Mitglieder sind seit einem halben Jahrhundert Mitglied, 154 seit 40 Jahren und 116 seit 25 Jahren. Die Jubilare erlebten einen vergnüglichen Abend mit guter Unterhaltung, zu der vor allem der Shanty Chor aus Voerde mit seinen Seemannsliedern beigetragen hat, gutem Essen sowie der Gelegenheit sich auszutauschen und einer ebenso humorvollen wie kämpferischen Festrede.

Foto: Clarissa Bader und Manfred Schallmeyer mit dem 70-jährigen Jubilar Berthold Marzinzik (Mitte), ehemals bei der Knorr-Bremse beschäftigt

„Hütet die Einheitsgewerkschaft!“

Festredner Manfred Schallmeyer, ehemaliges geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, spannte den Bogen von der November-Revolution 1918 bis in die Gegenwart und sagte: „Gewerkschaften haben schon für die Demokratie gestritten, als dies noch als Angriff auf den Staat galt.“ Die Weimarer Republik sei nicht gescheitert, weil es zu viele Nazis, sondern weil es „zu wenige senkrechte Demokraten“ gegeben habe, mit der Folge, dass am 2. Mai 1933 die Gewerkschaftshäuser von SA-Trupps besetzt und die Organisationen zerschlagen wurden. Mit Blick auf die erneuten Umtriebe der Rechten wie die AFD zitierte der Redner den Appell des ehemaligen DGB-Vorsitzenden Hans Böckler: „Hütet die Einheitsgewerkschaft!“

Foto: Jubilare tauschen ihre Erfahrungen aus

„Die IG Metall und ihre Mitglieder seien als Koalition der Anständigen“ immer ein Bollwerk gegen Ungerechtigkeit und ein Motor für sozialen Fortschritt gewesen,“ sagte Schallmeyer. Die Gewerkschaft verteidige den Sozialstaat, ein Garant des inneren Friedens. Sozial sei nicht, was Arbeit schaffe, sondern was „gute Arbeit“ schaffe. „Wir wollen eine Gesellschaft, in der alle genug haben.“ Der Wert der Arbeit müsse wieder höher geschätzt werden. „Wir brauchen endlich wieder eine Politik, die konsequent Partei für die arbeitenden Menschen ergreift, die das Thema ’soziale Gerechtigkeit‘ wieder in den Mittelpunkt stellt,“ erklärte Schallmeyer unter dem Beifall der Jubilare.

Die Gewerkschaft bleibe in der Gegenwart und in der Zukunft dem Ziel verpflichtet, gleiche Lebensbedingungen herzustellen. Die IG Metall sei die einzige Organisation, die die Macht und Kraft habe, das auch durchzusetzen. Er dankte den Jubilaren für ihr Engagement: „Gemeinsam sind wir stark. Dass wir so gut dastehen, ist auch euer Verdienst!“

Fotos: IGM GH

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