Zeichen setzen: Für mehr soziale Gerechtigkeit!

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1. Mai-Kundgebung in Gevelsberg

Gevelsberg: Der „Wettergott“ zeigte sich am „Tag der Arbeit“ nicht gerade von seiner angenehmsten Seite. Mit Beginn der DGB-Kundgebung, die unter dem Motto „Wir sind viele. Wir sind eins“ stand, setzte leichter Regen ein. Dennoch ließen sich rund 400 Kolleginnen und Kollegen nicht davon abhalten, auf dem Vendomer Platz in Gevelsberg zusammen zukommen. Im Mittelpunkt der Ansprachen standen die Themen Arbeitszeit und Rente, die zunehmende soziale Spaltung und drohende Altersarmut, die Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit und der Kampf gegen den Rechtspopulismus.

„Gute Arbeit, soziale Gerechtigkeit und eine klare Absage an Rechtspopulisten und Intoleranz – das sind die Themen, die den Menschen auf der Seele brennen“, sagte die IGM-Bevollmächtigte Clarissa Bader. Dies würden die Ergebnisse der Beschäftigtenumfrage der IG Metall, an der sich 680.000 Menschen aus 7.000 Betrieben beteiligt haben, unterstreichen. 95 Prozent der Befragten fordern eine „Rückkehr zur paritätischen Finanzierung“ der gesetzlichen Sozialversicherung. Da die private Vorsorge die Rentenlücke nicht schließen könne, sind 85% der Beschäftigten bereit für ein „höheres Rentenniveau auch höhere Beiträge“ zu zahlen.

„Einen klaren Wechsel in der Arbeitsmarktpolitik fordern 83 Prozent“, so Bader. Sie wollen u.a. die Abschaffung sachgrundloser Befristungen und von Minijobs. Und gar 96,4 Prozent wenden sich gegen die Forderung der Arbeitgeber die Höchstgrenzen und feste Ruhepausen im Arbeitszeitgesetz zu schleifen. „Die Politik muss endlich umsteuern“, forderte die IG Metall-Bevollmächtigte unter dem Beifall der KundgebungsteilnehmerInnen und sagte an die Adresse der Politiker: „Wer im September gewählt werden will, kommt an diesen Ergebnissen nicht vorbei!“


 

Gegen die Absenkung des Rentenniveaus

„Die geplante weitere Absenkung des Rentenniveaus muss unverzüglich gestoppt werden, damit Altersarmut nicht zu einem Massenphänomen wird“, erklärte der Stellv. Ver.di-Bezirksvorsitzende Südwestfalen, Josef Filipeck. Die gesetzliche Rente müsse für ein würdiges Leben reichen und Schutz bieten vor Armut im Alter. Zu einer gerechten Gesellschaft gehörten anständige Löhne, sichere Arbeitsverträge und Absicherung gegen Arbeitslosigkeit. Notwendig sei auch ein gerechtes Steuerkonzept, „das Reiche mehr belastet als Arbeitnehmer und einen handlungsfähigen Staat finanziert“.

Auch der stellv. Regionsleiter der IG Bau Westfalen/Dortmund, Sven Bönnemann, forderte einen handlungsfähigen Staat, der eine zukunftsfähige Infrastruktur aufbaue und pflege sowie bezahlbare Wohnungen für die Menschen in unserem Land baue. Er wandte sich gegen die Arbeitgeber „die sonntags von der Sozialpartnerschaft reden und montags die Tarifbindung kündigen“. Dadurch seien Millionen von Beschäftigten ohne Tarifvertrag und damit massiv schlechter gestellt. Bönnemann: „Wir wollen Löhne und Gehälter, die zu einem guten Leben reichen.“

 

Kollege Mike Stöck erläuterte die Positionen der IGM –Jugend

 „Für Vielfalt und Toleranz“

Mit großer Aufmerksamkeit wurde der Beitrag der Jugend aufgenommen. Mike Stöck, Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung der Firma dorma kaba, forderte nicht wegzuschauen, wenn „jemand wegen seiner Herkunft schlecht behandelt oder diskriminiert wird.“ Dafür stehe auch die Initiative „ mit Herz und Verstand“ der IG Metall-Jugend. Eine Partei wie die AFD mit ihrer arbeitnehmerfeindlichen, ausgrenzenden und fremdenfeindlichen Politik sei keine Alternative. Die Mitbestimmung habe zur Schwächung des deutschen Wirtschaftsstandortes beigetragen, so die Aussagen von AFD-Spitzenkandidaten in NRW, die für die Abschaffung des Kündigungsschutzes und des Streikrechtes plädieren Stöck: „Wir dürfen solche Forderungen nicht akzeptieren. Wir müssen aufstehen. Für Vielfalt und Toleranz, gegen Nationalismus und Fremdenhass“.

Stand der IG Metall-Jugend Gevelsberg-Hattingen

Liedermacher und Folkloregruppen umrahmten die Kundgebung

Die Kundgebung umrahmte musikalisch der Liedermacher Simon Sandmann, während es an Ecken brutzelte und die Düfte von gegrillten Bratwürsten und türkischen Hackfleischspießen, Souvlaki und Waffeln über den Platz wehten. An den Ständen der Gewerkschaften sowie von Amnesty International und der VVN-BdA konnte man sich mit Informationsmaterialen eindecken. Die Parteien nutzten angesichts der bevorstehenden Landtagswahl in NRW die Möglichkeit noch einmal für ihre Positionen zu werben. Den Abschluss der Kundgebung und des internationalen Kulturfestes bildeten die Auftritte der griechischen und italienischen Folklore-Gruppen, die ihre Tänze darboten.

Die griechische Folkloregruppe bot Tänze dar

 

Foto 1+2: KundgebungsteilnehmerInnen auf dem Vendomer-Platz in Gevelsberg
Fotos 3+4: Mike Stöck und Stand der IG Metall Jugend Gevelsberg-Hattingen
Foto 5: Griechische Folkloregruppe – alle Fotos: IGM GH

 

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