Versicherte wählen ihre Parlamente

Versicherte wählen ihre Parlamente

Sozialwahlen 2017

Gevelsberg. Bei den Sozialwahlen wählen die Versicherten ihre Vertreterinnen und Vertreter in die „Selbstverwaltung der Sozialversicherungsträger“ – bei der gesetzlichen Rentenversicherung, den gesetzlichen Krankenkassen und der gesetzlichen Unfallversicherung. Wie die Wahl zu den „Versichertenparlamenten“ abläuft und was  WählerInnen beachten müssen, haben wir nachfolgend zusammengestellt.

Wo wird gewählt?

Sozialwahlen finden bei allen gesetzlichen Rentenversicherungsträgern wie zum Beispiel bei der Deutschen Rentenversicherung, bei gesetzlichen Krankenkassen und bei Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung – den Berufsgenossenschaften –  statt. Wichtig: Nicht alle Versicherte müssen tatsächlich einen Wahlzettel ausfüllen – denn bei vielen Sozialversicherungsträgern gibt es eine so genannte „Friedenswahl“ und keine „Urwahl“.

Friedenswahl oder Urwahl – was bedeutet das?

Die Versicherten, ArbeitnehmerInnen und RentnerInnen, sowie die Arbeitgeber senden ihre VertreterInnen in die Selbstverwaltung der gesetzlichen Sozialversicherungen – und stellen je eine Hälfte der Sitze. Wer sich zur Wahl stellen will, reicht gemeinsam mit anderen KandidatInnen eine Wahlliste ein.

Wenn für die Arbeitnehmerseite nur eine Wahlliste eingereicht wurde, ist diese Liste automatisch gewählt  – das ist die „Friedenswahl“, in diesem Fall findet keine Abstimmung per Wahlzettel statt. Wenn sich auf der Arbeitnehmerseite aber zwei oder mehrere Listen zur Wahl stellen, wird bei einer „Urwahl“ per Briefwahl abgestimmt.

Bei welchen Trägern finden in diesem Jahr Briefwahlen statt?

Bei den Sozialwahlen 2017 finden bei den nachfolgend aufgeführten Sozialversicherungsträgern Urwahlen statt:

  1. Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV-Bund)
  2. Deutsche Rentenversicherung Saarland
  3. DAK-Gesundheit
  4. Techniker Krankenkasse (TK)
  5. Handelskrankenkasse (HKK)
  6. Kaufmännische Krankenkasse (KKH)
  7. BARMER

Hier stimmen die Versicherten per Briefwahl ab. Wenn Sie bei einem dieser sieben Sozialversicherungsträgerversichert sind, bekommen Sie automatisch Briefwahl-Unterlagen per Post zugesandt.

Briefwahl: Was ist zu tun?

Die Briefwahl-Unterlagen werden zwischen dem 10. April und dem 11. Mai 2017 bei Ihnen ankommen. Den Stimmzettel füllen Sie dann aus und senden Ihn im beigefügten Rückumschlag per Post zurück. Portokosten entstehen nicht: Sie können den Brief mit ihrem Stimmzettel einfach in den nächsten Briefkasten werfen.

Wichtig: Offizieller Wahltag ist der 31. Mai 2017. Bis zu diesem Tag muss ihr Stimmzettel angekommen sein.

BARMER wählt später!

Die oben genannten Termine gelten nicht für die Versicherten der BARMER. Dort findet die Urwahl erst im September 2017 bis zum 4. Oktober 2017 statt.

Wen wählen?

Der Einfluss auf Sozialreformen hängt auch davon ab, wie groß der politische Druck ist. Der DGB wird diesen Druck machen – auch über die gewerkschaftlichen Versichertenvertreter in der Selbstverwaltung der Sozialversicherungsträger. Der DGB, seine Mitgliedsgewerkschaften wie die IG Metall bilden ein starkes Netzwerk für gute Arbeit und soziale Sicherheit.  Ihre gewählten VertreterInnen wirken bei Entscheidungen mit, die sich unmittelbar auf die soziale Sicherheit der Versicherten, der RentnerInnen sowie ihre Familienangehörigen auswirken.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Wählen Sie deshalb eine der gewerkschaftlichen Listen des DGB oder der IG Metall.

 

ÄHNLICHE ARTIKEL

10

27