#mitherzundverstand

#mitherzundverstand

IG Metall-Jugend in „Äktschen“ – mitmachen!

Gevelsberg. Mit Gesetzen von gestern die Ausbildung für morgen gestalten? „Geht nicht“ das machte die IG Metall-Jugend Gevelsberg-Hattingen mit vielfältigen Aktionen im vergangenen Jahr deutlich. „Mit der „Weihnachts-Plätzchen-Aktion“ gemeinsam mit den MetallerInnen aus Hagen signalisierten wir: Die „Revolution Bildung“ geht weiter“, so Nadine Schröer-Krug. Die angesprochenen BürgerInnen fanden das gut, wie sie auf den beigefügten Wunschzetteln zum Ausdruck brachten.

Worum geht’s? Das Berufsbildungsgesetz (BBiG), das die duale Ausbildung in Deutschland regelt, stammt aus dem Jahr 1969. CDU/CSU und SPD hatten im Koalitionsvertrag von 2013 verabredet, „Anpassungen (zu) prüfen“. Doch wie es aussieht, wird in dieser Bundestagsperiode nichts mehr daraus. „Damit das Thema nicht sang- und klanglos untergeht, werden wir die Kampagne „modern.bilden“ fortsetzen, erläutert die für Jugendarbeit zuständige Gewerkschaftssekretärin.

AktivistInnen der „Weihnachts-Plätzchen“- Aktion in Hagen

Neue Javis gewählt

Eine gute Voraussetzung dafür war die Wahl der neuen Javis im Herbst 2016: In 11 Betrieben im Bereich der Geschäftsstelle wählten sich die Jugendlichen 21 Jugend- und AuszubildenvertreterInnen. Die Neugewählten lernten auf einem „JAV-Empfang“ die IG Metall kennen, so die Gewerkschafterin, und  informierten sich über Grundlagen und Arbeitshilfen für ihre Arbeit in den Betrieben. Und vor allem darüber, was die IG Metall-Jugend in diesem Jahr in der „Pipeline“ hat. Ein Teil von ihnen nahm Anfang 2017 am „JAV-I-Seminar“ in Beverungen teil. Schröer-Krug: „Es machte richtig Spaß zu sehen, dass viele von ihnen richtig Bock haben, etwas zu machen.“

Postkartenaktion „Standards setzen“

Kurz danach fand das große, traditionelle Treffen junger IG Metaller aus Nordrhein-Westfalen im sauerländischen Willingen statt. Hier diskutierten Anfang Februar über 1000 junge Kolleginnen und Kollegen über die Qualität ihrer Ausbildung und Formen betrieblicher Mitbestimmung. Mit dabei natürlich eine größere Zahl Javis und junge Betriebsratsmitglieder aus der Geschäftsstelle Gevelsberg-Hattingen.

„In Workshops und Podiumsdiskussionen setzten sie sich mit dem Berufsbildungsgesetz, Qualifizierungsmöglichkeiten und ihrem gewerkschaftlichem Engagement in den Betrieben und in der Gesellschaft auseinander“, schildert Nadine Schröer-Krug den Verlauf. Sie forderten, endlich die im Koalitionsvertrag verabredete Novellierung des Berufsbildungsgesetzes anzupacken. Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, wurde die Postkartenaktion „Standards setzen“ an Johanna Wanka gestartet. Damit appellieren die IGM´er an die Bundesministerin für Bildung und Forschung, die Forderung der Auszubildenden nach „Sicherung und Verbesserung der Qualität der beruflichen Ausbildung“ zu unterstützen.

Teilnehmerinnen aus der GS Gevelsberg-Hattingen auf der Tagung in Willingen

„Ohne Moos nichts los…“ – Auslernerkonferenz

Dass sich die Gewerkschaft auch nach Ende der Ausbildung um ihre jungen Mitglieder kümmert, konnten rund 120 junge Beschäftigte auf der „Auslernerkonferenz“ der IG Metall Gevelsberg-Hattingen, Hagen und Märkischer Kreis vier Wochen später ganz praktisch erfahren. „Ohne Moos nichts los…“ lautete Anfang März der Titel eines von sechs Workshops, in denen 120 KollegInnen sich  u.a. über Eingruppierung, Einstiegsgehälter, Arbeitsverträge, Weiterbildung informieren und mit sachkundigen Referenten diskutieren konnten.

#mitherzundverstand – Initiative gegen Rassismus und Intoleranz

Doch schon stehen die nächsten Aktivitäten „unseres Ortsjugendausschusses, der sich nach der Javi-Wahl gerade neu aufstellt, vor der Tür“, so die hauptamtliche IG Metallerin. Für die 1. Mai-Kundgebung in Gevelsberg werde ein eigner Beitrag vorbereitet. Im Landtagswahlkampf NRW im Mai  und im Bundeswahlkampf im September wolle die IG Metall-Jugend „klare Kante gegen Rassismus und Intoleranz“ zeigen. Dazu sei #mitherzundverstand imitiert worden. „Wir setzen damit ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus“, erläutert Nadine Schröer-Krug die Ziele der Aktion.

Mit einer provokanten und humorvollen „Bierdeckel“-Aktion, die sich mit alltäglichen Vorurteilen und Diskriminierungen auseinandersetzt, wollen die jungen Gewerkschafterinnen in den kommenden Wochen in Betrieben und in der Öffentlichkeit Stellung gegen die Rechtspopulisten der AFD beziehen. Dazu dienen Grafiken auf der Rückseite der Bierdeckel wie zum Beispiel eine Kreisgrafik mit der Überschrift „Wann ein Ausländer als Deutscher akzeptiert wird“. 85 Prozent der Kreisfläche ist gelb, und diese Farbe steht für die Antwort „Wenn er in der Fußballnationalmannschaft spielt“. Die sechs unterschiedlichen Bierdeckel werden in Kneipen verteilt und sollen durch ihren Aufdruck zum Nachdenken und zur Diskussion anregen.

Foto 1: Junge Beschäftigte auf der „Auslerner-Konferenz“ der IG Metall
Foto 2: AktivistInnen der „Weihnachts-Plätzchen“- Aktion in Hagen
Foto 3: Teilnehmerinnen aus der GS Gevelsberg-Hattingen auf der Tagung in Willingen  – Fotos: IGM – GH