Klares Bekenntnis für höhere Renten – Jetzt!

Klares Bekenntnis für höhere Renten – Jetzt!

Gute Arbeit – gut in Rente

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Frankfurt. Die IG Metall fordert von der Politik ein klares Bekenntnis für höhere Renten. Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, sagte auf einer „Konferenz zur Alterssicherung“ der Gewerkschaft: „Die Parteien müssen im Jahr der Bundestagswahl endlich Farbe bekennen: Stehen sie für ein Alterssicherungskonzept mit auskömmlichen Renten oder schauen sie dem Sinkflug des Rentenniveaus weiter zu.“

Die IG Metall hat ein Konzept, dessen Basis die Forderung nach einer Stabilisierung und mittelfristigen Anhebung des Rentenniveaus ist. „Unsere Vorschläge für einen Strategiewechsel in der Rentenpolitik liegen seit Monaten auf dem Tisch – jetzt sind jene gefordert, die im Herbst 2017 gewählt werden wollen“, erklärte Urban.

Derzeit propagieren vor allem selbsternannte „Jugendschützer“ von Gesamtmetall Leistungskürzungen. Sie verteufeln moderat steigende Rentenbeiträge und beschwören kommende Beitragslasten für jüngere Beschäftigte. In Wahrheit handeln sie gegen die Interessen der Jüngeren, denn: „Es sind doch gerade die Jungen, die den Preis für die Leistungskürzungen bei der gesetzliche Renten zahlen und hinter immer größeren Renten-Lücken an unsicheren Kapitalmärkten hinterhersparen sollen“, sagte Clarissa Bader, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Gevelsberg-Hattingen

Das Arbeitgeberargument lautet: Die arbeitende Bevölkerung dürfe nicht zu stark belastet werden. Tatsächlich ist diese Belastung längst da – durch den Zwang zur privaten Vorsorge. Hinter der Arbeitgeber-Behauptungen steckt ein dürftig bemänteltes Eigeninteresse: Sie wollen sich um einen höheren Anteil zur Rentenversicherung drücken. Schon heute müssen allein die Beschäftigten immer größere Rentenlöcher mit unsicherer Privatvorsorge stopfen.

Entgegen den Behauptungen des von den Metallarbeitgebern finanzierten Propagandatrupps „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) sprechen sich in einer repräsentativen Umfrage 61 Prozent der Befragten dafür aus; die gesetzliche Rente zu stärken. Die Zustimmung ist bei den 18 bis 34-Jährigen besonders hoch. 68 Prozent von ihnen wollen die Rentenversicherung stärken. (1)

Die Beschäftigten sind unter der Bedingung, dass eine höhere gesetzliche Rente ihren Lebensstandard im Alter annähernd sichert, bereit höhere Beiträge zu zahlen  Sie stecken also lieber mehr Geld in die gesetzliche Rentenversicherung, als in private Rentenversicherungen, Aktienfonds oder schlecht verzinste Sparpläne.

Eine klare Absage erteilten die Befragten auch den Vorschlägen der konservativen und rechten Parteien, das Rentenalter über 67 Jahre hinaus zu erhöhen. 74 Prozent aller Erwerbstätigen halten es für nicht realistisch, ihre Arbeit bis ins hohe Alter ausüben zu können. Bei den Arbeitern sind es sogar 93 Prozent. Bader: „Wer die Regelaltersgrenze weiter hochtreibt, will in Wahrheit die Renten kürzen.

Anmerkungen
(1)Für die Renten-Umfrage der IG Metall wurden 1032 Bürger telefonisch befragt. Bei der Stichprobe handelt es sich um eine repräsentative Zufallsauswahl. Befragt wurden ausschließlich Wahlberechtigte in Deutschland ab 18 Jahren.

Fotos: GH Archiv