„Heimat“

„Heimat“

Ruhrfestspiele Recklinghausen

Vom 1. Mai bis 17. Juni 2018 steht bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen das Thema „Heimat“ im Fokus, das wieder heiß diskutiert, politisch instrumentalisiert und zur Abgrenzung von ausländischen Mitbürgerinnen missbraucht wird. Dem möchten die Ruhrfestspiele mit den Stücken, die zur Aufführung kommen, etwas entgegensetzen. Die gezeigten Werke von Gerhart Hauptmann über Bertolt Brecht und Friedrich Dürrenmatt bis hin zu zeitgenössischen Autoren wie Michael Ojake und Konstantin Küspert hochaktuelle Fragen zu den Themen Herkunft und Identität, Heimat und Flucht auf. 

Zur Eröffnung wird in Koproduktion mit dem Wiener Burgtheater Dürrenmatts tragische Komödie über eine folgenschwere Rückkehr in die Heimat gezeigt: „Der Besuch der alten Dame“. 2018 präsentieren die Ruhrfestspiele insgesamt 111 Produktionen in 298 Veranstaltungen und 19 Spielstätten. 

Zäsur in der Heimat der Ruhrfestspiele

Auch eine einschneidende Zäsur in der Heimat der Ruhrfestspiele, dem Ruhrgebiet, steht im Zentrum der Spielzeit 2018: das Ende des Steinkohlebergbaus. Anhand von Musiktheater-, Artistik- und Tanzproduktionen, Straßentheater, Konzerten sowie einem zweitägigen Forum werden die Geschichte und Bedeutung des Kohlebergbaus künstlerisch beleuchtet. So greift der Dramatiker Albert Ostermaier in „Die verlorene Oper. Ruhrepos“ das avantgardistische Projekt von Bert Brecht und Kurt Weill aus den 20er Jahren auf und entwickelt es weiter: zu einem visionären Werk über und für das Ruhrgebiet.

In zwei weiteren bemerkenswerten Musikproduktionen geben zwei Hollywood-Größen den Ton an. Der US-amerikanische Schauspieler John Malkovich schlüpft in „The Music Critic“ in die Rolle des Kritikers und zitiert bitterböse Fehlurteile und Schmähungen über einige der bedeutendsten Werke der Musikgeschichte. In „New Worlds“ bieten sich Hollywood-Darsteller Bill Murray und Starcellist Jan Vogler einen spannenden Schlagabtausch zwischen großer Musik und großer Literatur von Hemingway über Whitman bis Twain.

Kabarett: Fritz Eckenga sowie Max Uthoff von der Anstalt

Auch die Feund*innen des Kabaretts kommen nicht zu kurz so treten u.a. Fritz Eckenga sowie Max Uthoff von der Anstalt in Recklinghausen auf. Darüber hinaus zeigen vom 22. Mai bis 16. Juni 2018 die internationalen Künstler und Ensembles des FRiNGE Festivals in Recklinghausen spannende Performances von Schauspiel und Tanz über Zirkus und Akrobatik bis hin zu Figurentheater und Musik. Zum Bergfest am 2. Juni findet erstmals ein FRiNGEFEST für Künstler und Publikum statt.

Mit dem Abschluss-Doppelkonzert der Ruhrfestspiele mit Leslie Clio und 2raumwohnung am 16. Juni und einer Abschiedsgala am 17. Juni 2018 verabschiedet sich Intendant Frank Hoffmann nach 14 erfolgreichen Jahren von den Ruhrfestspielen. 

Die Ruhrfestspiele, deren Gesellschafter der DGB und die Stadt Recklinghausen sind, sind das älteste Theaterfestival Europas. Sie fanden zum ersten Mal 1947 statt. Damals bedankten sich Hamburger SchauspielerInnen mit Aufführungen für die Solidarität der Recklinghäuser Bergleute, die im Winter zuvor Kohle zum Heizen der Theater an die Elbe geschickt hatten.  

Detaillierte Informationen zu allen Produktionen sind auf der Internetseite www.ruhrfestspiele.de zu finden / Tickets:  Kartenstelle der Ruhrfestspiele, Martinistr. 28, 45657 Recklinghausen Tel: 0 23 61 / 92 18 0, E-Mail: kartenstelle@ruhrfestspiele.de .                                            

Foto: Brechts „kaukasischer Kreidekreis“ Foto: Horn