4 Prozent mehr Geld in zwei Stufen

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Tarifabschluss in der Stahlindustrie

Die IG Metall und der Stahlarbeitgeberverband haben nach Druck aus den Betrieben in der 3. Tarifverhandlung ein Ergebnis erzielt. Die Einkommen der Stahlbeschäftigten erhöhen sich in zwei Schritten: Am 1. April steigen sie um 2,3 Prozent und am 1. Mai 2018 um weitere 1,7 Prozent. Im März dieses Jahres bleiben die Löhne und Gehälter unverändert. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 22 Monaten und endet am 31. Dezember 2018.

Die IG Metall hatte für die 72.000 Beschäftigten in der nordwestdeutschen Stahlindustrie 4,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und die Verlängerung der Tarifverträge zur Altersteilzeit und über den Einsatz von Werkverträgen gefordert. Die Arbeitgeber boten in der zweiten Verhandlungsrunde lediglich ein mickriges Plus von 1,3 Prozent an. Daraufhin legten in den vergangenen Tagen 13.500 Stahlarbeiter bis zu vier  Stunden die Arbeit nieder und erhöhten den Druck auf die Arbeitgeber.

IG Metall Verhandlungsführer Knut Giesler bezeichnete den Abschluss als „vertretbares Ergebnis“, der zur aktuellen Situation in der Stahlbranche passe. Die Einschätzung, dass damit ein „deutliches Reallohnplus“ erzielt worden sei, ist jedoch angesichts der aktuell gestiegenen Inflationsrate mit einem Fragezeichen zu versehen.

Positiv wertete der Gewerkschafter, dass die Tarifverträge zu Altersteilzeit und Werkverträgen bis Ende 2018 unverändert verlängert werden. Die Weiterführung der Altersteilzeit sei für die Gestaltung des demografischen Wandels in den Unternehmen wichtig und um den älteren KollegInnen einen Übergang in die Rente zu ermöglichen. Diese Regelung trage, wie auch der Tarifvertrag zum Einsatz von Werkvertragsbeschäftigten, zur Beschäftigungssicherung bei.

Die Ausbildungsvergütung des vierten Ausbildungsjahres steigt ebenfalls in zwei Schritten um vier Prozent. Diese Erhöhungsbeträge kommen auch den Ausbildungsjahren eins bis drei zugute, das heißt ihr Einkommen erhöht sich überdurchschnittlich.

Das Ergebnis gilt zunächst nur für die Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Für die Beschäftigten im Saarland und im Osten Deutschlands werden separate Gespräche geführt.

Foto: Stahlarbeiter machen Druck IGM GH